Vater, General Nikolaj Antonowitsch Rydzewski
Bruder Alexander Nikolajewitsch Rydzewski
Bruder Georgi-Eduard-Andrej Nikolajewitsch Rydzewski
Bruder Konstantin Nikolajewitsch Rydzewski
Schwiegervater Fjodor Dawidowitsch Nordmann
Die biografischen Informationen hat die Journalistin Judith Huber aus
verschiedenen russischen Quellen übersetzt. Als Findmittel diente der
Russische Biografische Index (Saur, München 2002).
Anton von Rydzewskis Vater
Nikolaj Antonowitsch Rydzewski
Ingenieur-Generalleutnant, Mitglied des russischen Kriegsrats und des Hauptkomitees der Militärgefängnisse.
Entstammt dem Adel des Smolensker Gouvernements
1805 geboren
Die ersten Schuljahre verbrachte er in Finnland, wo sein Vater diente; dann trat er in das 2. Gymnasium in St. Petersburg ein.
1820
trat er in das Hauptinstitut für Ingenieure ein, das er 1824 als Offizier abschloss.
Dann wurde er zum Dienst in die Festung Bobrujsk (im heutigen Weissrussland gibt es eine Stadt gleichen Namens) geschickt.
1825
wurde er zusammen mit ein paar anderen russischen Ingenieurs-Offizieren nach Polen geschickt, um dort an Festungen zu arbeiten – u.a. nach Zamosc, zusammen mit polnischen Militäringenieuren, die damals einen guten Ruf hatten. Sie standen unter dem Kommando des Erbauers dieser Befestigungen, dem General Mollet, der während der napoleonischen Kriege in der Armee als Ingenieur gearbeitet hatte.
1827
wurde R. zum Oberleutnant ernannt und im Frühling 1829 in die europäische Türkei abkommandiert. Für dortige Dienste erhielt er den St.-Anna-Orden 3. Grades mit Band. Im gleichen Jahr war er beim Durchmarsch der russischen Armee durch den Balkan dabei, wo er Etappen und militärische Wege in den Bergen befestigte, wofür er den Wladimir-Orden 4. Grades mit Band erhielt.
Nach dem Friedensschluss von Adrianopel (?) kehrte er 1830 nach Bobrujsk zurück.
Beim polnischen »Novemberaufstand« wurde R. im April 1831 zuerst nach Brest-Litowsk abkommandiert, wo er die Stadt befestigte. Nachdem die russische Armee den Fluss Bug überquert hatte, folgte er ihr über Grodno bis Ostroleka und dann nach Lomza, wo er die Stadt befestigte. Ende Mai nahm er an den militärischen Aktionen im Gouvernement Lublin teil (nach Lublin selber kam er am 24. Juni).
Im Juli arbeitete er an der Errichtung und der Verstärkung des Übergangs über die Weichsel.
Nach dem Ende der Kriegshandlungen blieb er in Polen. Im Oktober 1831 wurde er zum Stabskapitän ernannt. Von 1832–1838 (1836 kam Sohn Anton zur Welt) befehligte er das Ingenieurskommando in der Festung Zamosc. Er baute die Festung um, verstärkte und modernisierte sie. (Zamosc ist eine hübsche Renaissance-Stadt im heutigen Ostpolen. Sie liegt im Südosten von Warschau und war damals Teil des Herzogtums Warschau. Später Geburtsort von Rosa Luxemburg.)
1838
erhielt R. den Orden des Heiligen Stanislaus 2. Grades.
Ab November 1838
befehligte er die Ingenieure beim Aufbau einer militärischen Festung in Iwangorod (möglicherweise das Iwangorod im heutigen Russland, nahe an der Grenze zu Estland und zum estnischen Narva). Bis 1844 standen die wichtigsten Teile der Festung, wofür R. erneut befördert und ausgezeichnet wurde.
Ab 1844
befehligte er das Ingenieurkommando in der Festung Nowogeorgiewsk. Dort waren die wichtigsten Festungsbauten bereits fertig gestellt, aber er errichtete eine Reihe weiterer Bauten und Einrichtungen, die nicht nur praktische, sondern auch wissenschaftliche Bedeutung hatten: Er baute ein Anti-Minen-System und die erste Drahtseil-Hängebrücke von ganz Russland (über den Fluss Narew), ausserdem ein dampfgetriebenes Pumpenhaus (Schöpfwerk) und eine dampfgetriebene Mühle (lange die erste in einer russischen Festung).
Dann unternahm er grossangelegte Arbeiten zur Regulierung der Strömung in den Flüssen Weichsel und Narew, und er befestigte die Ufer der beiden Flüsse zur Festung. Ausserdem erstellte er schwimmende Reservebrücken über die Weichsel und die Narew.
1844
erhielt er für die 25 Jahre Offiziersdienst den St.-Georgs-Orden 4. Klasse.
1846
ging er als Oberst in den Ruhestand – aber nicht für lange. Schon 1848 kehrte er nach Nowogeorgiewsk an die Spitze des Ingenieurkommandos zurück.
Ab 1850
war er als Stabsoffizier verantwortlich für die gesamten Entwicklungsprojekte in den Städten und den Festungen des westlichen Ingenieursbezirks. Dafür erhielt er 1853 den St.-Anna-Orden 2. Grades.
Während des Ostkriegs (?) 1854–1855
hatte R. die Aufgabe, alle westlichen Festungen in den »Verteidigungszustand« zu bringen; er befehligte also alle militärischen Ingenieursaufgaben im polnischen Königreich; damals erwartete man einen Bruch mit Österreich. Für die Erfüllung dieser Aufgabe erhielt er 1855 den St.-Anna-Orden 2. Grades mit der Zarenkrone, 1856 den Wladimir-Orden 2. Grades mit Schwertern, 1860 den Stanislaus-Orden 1. Grades, 1862 den St.-Anna-Orden 1. Grades mit Schwertern. 1863 wurde er zum Vize-Direktor der Ingenieurs-Hauptverwaltung ernannt. 1865 Generalleutnant.
1872
wird R. Mitglied des russischen Kriegsrats. Er war damals der einzige Ingenieur im Kriegsrat und beaufsichtigte somit das gesamte Ingenieurswesen.
R. starb am 10. März 1878 an Lungenentzündung.