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Fotograf Anton von Rydzewski
Zimmer mit Bild
Ein Ehrenplatz in Rydzewskis Wohnung: Portrait seines Vaters, General Nikolaj Rydzewski.

Familie Stillmark
Dresden 16.8.1902: In der Mitte AvR's Ehefrau Alexandrine, flankiert von
AvR's ältestem Bruder Nikolaj (General) und dessen Sohn Nicolaj (Garde zu
Pferde). Hinter ihm seine Verlobte Frl. von Osten-Sacken und hinten links
seine Schwester Katharine.


Biografisches zur Familie von Rydzewski

Vater, General Nikolaj Antonowitsch Rydzewski
Bruder Alexander Nikolajewitsch Rydzewski
Bruder Georgi-Eduard-Andrej Nikolajewitsch Rydzewski
Bruder Konstantin Nikolajewitsch Rydzewski
Schwiegervater Fjodor Dawidowitsch Nordmann

Die biografischen Informationen hat die Journalistin Judith Huber aus
verschiedenen russischen Quellen übersetzt. Als Findmittel diente der
Russische Biografische Index (Saur, München 2002).

 

Anton von Rydzewskis Vater

Nikolaj Antonowitsch Rydzewski

Ingenieur-Generalleutnant, Mitglied des russischen Kriegsrats und des Hauptkomitees der Militärgefängnisse.
Entstammt dem Adel des Smolensker Gouvernements

1805 geboren
Die ersten Schuljahre verbrachte er in Finnland, wo sein Vater diente; dann trat er in das 2. Gymnasium in St. Petersburg ein.

1820
trat er in das Hauptinstitut für Ingenieure ein, das er 1824 als Offizier abschloss.
Dann wurde er zum Dienst in die Festung Bobrujsk (im heutigen Weissrussland gibt es eine Stadt gleichen Namens) geschickt.

1825
wurde er zusammen mit ein paar anderen russischen Ingenieurs-Offizieren nach Polen geschickt, um dort an Festungen zu arbeiten – u.a. nach Zamosc, zusammen mit polnischen Militäringenieuren, die damals einen guten Ruf hatten. Sie standen unter dem Kommando des Erbauers dieser Befestigungen, dem General Mollet, der während der napoleonischen Kriege in der Armee als Ingenieur gearbeitet hatte.

1827
wurde R. zum Oberleutnant ernannt und im Frühling 1829 in die europäische Türkei abkommandiert. Für dortige Dienste erhielt er den St.-Anna-Orden 3. Grades mit Band. Im gleichen Jahr war er beim Durchmarsch der russischen Armee durch den Balkan dabei, wo er Etappen und militärische Wege in den Bergen befestigte, wofür er den Wladimir-Orden 4. Grades mit Band erhielt.
Nach dem Friedensschluss von Adrianopel (?) kehrte er 1830 nach Bobrujsk zurück.
Beim polnischen »Novemberaufstand« wurde R. im April 1831 zuerst nach Brest-Litowsk abkommandiert, wo er die Stadt befestigte. Nachdem die russische Armee den Fluss Bug überquert hatte, folgte er ihr über Grodno bis Ostroleka und dann nach Lomza, wo er die Stadt befestigte. Ende Mai nahm er an den militärischen Aktionen im Gouvernement Lublin teil (nach Lublin selber kam er am 24. Juni).
Im Juli arbeitete er an der Errichtung und der Verstärkung des Übergangs über die Weichsel.
Nach dem Ende der Kriegshandlungen blieb er in Polen. Im Oktober 1831 wurde er zum Stabskapitän ernannt. Von 1832–1838 (1836 kam Sohn Anton zur Welt) befehligte er das Ingenieurskommando in der Festung Zamosc. Er baute die Festung um, verstärkte und modernisierte sie. (Zamosc ist eine hübsche Renaissance-Stadt im heutigen Ostpolen. Sie liegt im Südosten von Warschau und war damals Teil des Herzogtums Warschau. Später Geburtsort von Rosa Luxemburg.)

1838
erhielt R. den Orden des Heiligen Stanislaus 2. Grades.

Ab November 1838
befehligte er die Ingenieure beim Aufbau einer militärischen Festung in Iwangorod (möglicherweise das Iwangorod im heutigen Russland, nahe an der Grenze zu Estland und zum estnischen Narva). Bis 1844 standen die wichtigsten Teile der Festung, wofür R. erneut befördert und ausgezeichnet wurde.

Ab 1844
befehligte er das Ingenieurkommando in der Festung Nowogeorgiewsk. Dort waren die wichtigsten Festungsbauten bereits fertig gestellt, aber er errichtete eine Reihe weiterer Bauten und Einrichtungen, die nicht nur praktische, sondern auch wissenschaftliche Bedeutung hatten: Er baute ein Anti-Minen-System und die erste Drahtseil-Hängebrücke von ganz Russland (über den Fluss Narew), ausserdem ein dampfgetriebenes Pumpenhaus (Schöpfwerk) und eine dampfgetriebene Mühle (lange die erste in einer russischen Festung).
Dann unternahm er grossangelegte Arbeiten zur Regulierung der Strömung in den Flüssen Weichsel und Narew, und er befestigte die Ufer der beiden Flüsse zur Festung. Ausserdem erstellte er schwimmende Reservebrücken über die Weichsel und die Narew.

1844
erhielt er für die 25 Jahre Offiziersdienst den St.-Georgs-Orden 4. Klasse.

1846
ging er als Oberst in den Ruhestand – aber nicht für lange. Schon 1848 kehrte er nach Nowogeorgiewsk an die Spitze des Ingenieurkommandos zurück.

Ab 1850
war er als Stabsoffizier verantwortlich für die gesamten Entwicklungsprojekte in den Städten und den Festungen des westlichen Ingenieursbezirks. Dafür erhielt er 1853 den St.-Anna-Orden 2. Grades.

Während des Ostkriegs (?) 1854–1855
hatte R. die Aufgabe, alle westlichen Festungen in den »Verteidigungszustand« zu bringen; er befehligte also alle militärischen Ingenieursaufgaben im polnischen Königreich; damals erwartete man einen Bruch mit Österreich. Für die Erfüllung dieser Aufgabe erhielt er 1855 den St.-Anna-Orden 2. Grades mit der Zarenkrone, 1856 den Wladimir-Orden 2. Grades mit Schwertern, 1860 den Stanislaus-Orden 1. Grades, 1862 den St.-Anna-Orden 1. Grades mit Schwertern. 1863 wurde er zum Vize-Direktor der Ingenieurs-Hauptverwaltung ernannt. 1865 Generalleutnant.

1872
wird R. Mitglied des russischen Kriegsrats. Er war damals der einzige Ingenieur im Kriegsrat und beaufsichtigte somit das gesamte Ingenieurswesen.
R. starb am 10. März 1878 an Lungenentzündung.

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Familie mit Bruedern in Uniform
Alexander von Rydzewski.


Anton von Rydzewskis Brüder

Alexander Nikolajewitsch Rydzewski

Ingenieur und Oberstleutnant, Teilnehmer «der Geschichte» (?) an der Ingenieurs-Akademie
(es ist nicht gesichert, ob es sich um den Bruder von Anton von Rydzewski handelt; nähere Angaben wie Geburtsdatum oder Adelshinweis fehlen)

 

 

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Familie mit Bruedern in Uniform
Georgi von Rydzewski.



Anton von Rydzewskis Brüder

Georgi-Eduard-Andrej Nikolajewitsch Rydzewski

Generalmajor, Kommandant der 2. Brigade der 21. Infanterie-Division
Entstammt einem Adelsgeschlecht des Gouvernements Smolensk
Geboren am 8. November 1837

Absolvierte den Lehrgang am Nikolajewski-Ingenieur-Institut

1857
Beförderung zum Junker, später zum Fähnrich
Weiteres Studium

1859
Eintritt als Fähnrich ins Pionierbataillon und von dort abkommandiert in die Offiziers-Schützenbataillons-Schule, die er 1862 beendete

1863:
Beförderung zum Stabskapitän und Ernennung zum Kommandanten der Kompanie Seiner Majestät

Zwischen 1865 und 1872
Verleihung mehrerer Orden

1867:
zum Oberst ernannt

1868:
Kommandant des 1. Kaukasischen Pionier-Bataillons des Grossfürsten Nikolaj Nikolajewitsch

1872
wurde ihm das Kommando des 14. georgischen Grenadier-Regiments des Grossfürsten Konstantin Nikolajewitsch übertragen, mit dem er am türkischen Feldzug in den Jahren 1877–78 teilnahm.
Seine erste kriegerische Heldentat war die Abwehr des Ausfalls aus der Garnison von Kars, bei den Dörfern Arawartan und Tschiftlik, am 3. Juni 1877.
Weitere Beförderungen, mehrere Orden für Heldentaten im Kaukasus. So zum Beispiel den St. Anna-Orden (Kreuz 1. Klasse mit Schwertern), für seine Auszeichnung während der Blockade von Erzerum

1884
wurde er zum Kommandanten der 2. Brigade der 21. Infanterie-Division ernannt.

1882
erhielt er den St. Wladimir-Orden (Kreuz 2. Klasse).

R. erschoss sich am 3. Oktober 1885, in einem Waldstück namens Deschlagar, im Gebiet Dagestan.

 

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Familie mit Bruedern in Uniform
Konstantin von Rydzewski.


Anton von Rydzewskis Brüder

Konstantin Nikolajewitsch Rydzewski

Generalleutnant
Stammt aus dem Smolensker Adel

1852 geboren

Seine Ausbildung erhielt er am Kaiserlichen Institut der Rechtswissenschaften.
Nach Absolvierung des Instituts trat er in den Armeedienst ein, 1872 ins Reiterregiment; nach einem Jahr wurde er Kavalleriefähnrich. Er nahm am russisch-türkischen Krieg teil und erhielt für mutige Taten mehrere Orden: den St. Anna-Orden (Kreuz 3. Klasse) und den St. Wladimir-Orden (Kreuz 4. Klasse mit Schwertern, am Bandstück). Weiter erhielt er ein goldenes Gewehr mit der Aufschrift «für den Mut». Bei seiner Rückkehr nach Petersburg wurde er zum Adjutanten ernannt. Weitere Karriereschritte im Dragonerregiment in St. Petersburg.

1897
wird er Leiter der Kanzlei des Ministeriums des kaiserlichen Hofes.

1898
wird er wegen seiner Verdienste Generalmajor in der Suite seiner Majestät und kommt

1900
ins Kabinett des Zaren.
Mehrmals bekleidet er die Verpflichtung des Ministers des zaristischen Hofes und begleitet den Zaren Nikolaus II. wiederholt auf seinen Reisen.

1904
wird er zum stellvertretenden Innenminister ernannt, zum Chef der Polizei und zum Kommandanten des Gendarmen-Korps.

1903
wird er zum Senator ernannt. (Unklarheit in der Formulierung, wann er Senator und wann er stellvertretender Innenminister ist – oder beides?)
Hat alle russischen Orden bis zum Orden des Heiligen Wladimir (2. Klasse) erhalten – ausser den militärischen Orden. (den St. Wladimir-Orden gab es als Zivil- [also für Beamte] und als Militärverdienstorden)

1906
wird ihm der Rang eines Generalleutnants verliehen.
(kein Todesdatum, die Biographie wurde noch zu seinen Lebzeiten geschrieben)

Ein paar Erläuterungen dazu aus dem Buch von Richard Pipes: Die Russische Revolution. Band 1:

Russland war unter Nikolaus II. ein Polizeistaat, die Angst vor Terroranschlägen war gross. Besonders mächtig in der Regierung war das Innenministerium, es war praktisch ein Staat im Staat. Der Innenminister stand an der Spitze der nationalen Verwaltung – somit durfte er die wichtigsten Verwaltungsbeamten des Landes ernennen und beaufsichtigen. In seine Zuständigkeit fiel auch die Aufsicht über die nicht der orthodoxen Kirche angehörenden Untertanen, über die Zensur und die Verwaltung der Gefängnisse und Straflager. Die grösste Quelle seiner Macht war aber, dass ihm die Polizei unterstand: das Polizeidepartement und das Gendarmenkorps sowie die regulären Polizeikräfte. Dem Polizeidepartement oblag die Aufgabe der Verfolgung politischer Verbrechen. Es stellte sozusagen einen privaten Sicherheitsdienst des Souveräns dar. Die reguläre Polizei trat hauptsächlich in den grösseren Städten in Erscheinung. Die Gendarmen waren mit der Befragung von Einzelpersonen befasst, die bei illegalen Aktionen festgenommen wurden. Und sie verfügten über eine paramilitärische Streitmacht zur Kontrolle der Eisenbahnen und zur Niederschlagung städtischer Unruhen. Im gesamten Reich gab es zehn- bis fünfzehntausend Gendarmen. Jede Stadt hatte einen Gendarmenbeamten, der eine hellblaue Uniform trug und den Auftrag hatte, Informationen zu allen Fragen der inneren Sicherheit zu sammeln.

Im Juli 1904 kommt der gefürchtete Innenminister Plehwe bei einem Bombenattentat ums Leben. Er galt als Vertreter des bürokratischen Konservatismus und glaubte an die Autokratie; und er war der Überzeugung, dass die Polizei überall hineinreden musste. Während seiner zweijährigen Amtszeit wurde Russland fast zu einem Polizeistaat im modernen, "totalitären" Sinn des Wortes.
Im August 1904 bot der Zar dem Fürsten P. D. Swjatopolk-Mirski den Posten des Innenministers an. Als Beamter war Mirski das extreme Gegenteil von Plehwe: ein Mann von äusserster Integrität und liberalem Zuschnitt, der überzeugt war, Russland lasse sich nur wirksam regieren, wenn Staat und Gesellschaft einander respektierten und vertrauten. Er verkörperte den Typus des aufgeklärten Beamten, der ein Gegner der Polizeimethoden war, wie sie Plehwe angewandt hatte. Mirski war nur ein halbes Jahr im Amt.
Es ist schwierig zu sagen, zu welchem der Lager Konstantin Rydzewski gehörte. Und es geht aus der Biographie auch nicht hervor, wann 1904 er ernannt wurde, mit Mirski zusammen oder schon vorher.
K. R. hat aber als Chef der Polizei bei den Ereignissen rund um den Blutsonntag am 9. Januar 1905, als Soldaten in Petersburg auf eine Bitt-Demonstration von Arbeitern schossen und rund 200 Menschen töteten und 800 verletzten, mit eine Rolle gespielt. In einer Quelle wird erwähnt, dass Rydzewski zu den Ministern und hohen Würdenträgern gehörte, die am 8. Januar, einen Tag vor dem Massaker, von Mirski zu einer Notstandsitzung zusammen gerufen wurden. Es wurde beschossen, den Demonstranten den Zug zu erlauben, zugleich jedoch festzusetzen, welches Gebiet von ihnen nicht betreten werden durfte. Hierzu gehörte auch das Winterpalais. Falls die Arbeiter nicht durch Überredung abgeschreckt werden konnten, sollten die an der Grenzlinie des Sperrbezirks postierten Soldaten das Feuer eröffnen. Man ging aber davon aus, es werde keine Gewaltanwendung nötig sein.
Zu Gewalt kam es bei der Demo in erster Linie, weil die Soldaten den Umgang mit Massendemonstrationen nicht kannten. Als die Demonstranten zur Sperrlinie kamen und von den Massen von hinten nachgeschoben wurden, begannen die Soldaten zu schiessen, wie sie das gelernt hatten. Der Blutsonntag beschädigte das Bild des "guten Zaren" massiv.
Mirski wurde am 18. Januar 1905 entlassen. Sein Nachfolger im Amt wurde ein farbloser Bürokrat namens Alexander Bulygin.

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Admiral Nordmann
Rydzewskis Schwiegervater, der russische Admiral Fedor von Nordmann.

Der Schwiegervater

Nordmann, Fjodor Dawidowitsch, Admiral

Geboren auf den Schären (Inselbereich in Südwestfinnland), auf der Insel Kotka (russische Schreibweise) am 2. Juni 1805

1820
beendete er seine Marine-Ausbildung.

1828,
mit dem Grad eines Leutnants, nahm er auf dem Schiff «Emmanuel» an der Blockade der Dardanellen teil (während des russisch-türkischen Kriegs also).

1829-1830
fuhr er an Bord der von den Ägyptern erbeuteten Korvette «Löwin» nach Toulon.

1841
wurde er zum Kommandanten der 1. finnischen Marineinfanterieabteilung ernannt.

1854,
während des Überfalls der englisch-französischen Flotte auf Sweaborg (finnisch: Suomenlinna – eine russische Festung auf der gleichnamigen Insel, welche vom Meer her Helsinki bewacht), kommandierte er das Schiff «Andrej» und gehörte so zu den Verteidigern von «Sweaborg».

1855
wurde er zum Konter-Admiral (dem dritthöchsten der 4 Admiralsränge) befördert; während der Bombardierung von Sweaborg durch die anglo-französische Flotte 1855 hatte er das Kommando über die Ufer-Batterien der Insel Sandgam (russische Schreibweise), wofür er ausgezeichnet wurde.

1859 kommandierte er im Mittelmeer

1874 wurde er zum General ernannt

1881 gestorben

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Online-Dokumentation zu Anton von Rydzewski anlässlich der Ausstellungen 2005 in Maloja und Chiavenna |  Sitemap / Impressum